Weitere 13 Millionen Euro für die Erforschung physikalischer Grundlagen in Zellen

Wie funktionieren grundlegende Prozesse in Zellen? Dieser Frage gehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Sonderforschungsbereich SFB 1027 nach. Aus den Erkenntnissen über die Zell-„Mechanik“ leiten sie Grundprinzipien zellulärer Prozesse ab. Der SFB 1027 „Physikalische Modellierung von Nichtgleichgewichts-Prozessen in biologischen Systemen” ist nun um weitere vier Jahre verlängert worden und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit rund dreizehn Millionen Euro gefördert.

 

26. Mai 2021


In den zahlreichen Teilprojekten des Sonderforschungsbereichs, der nun bereits in seine dritte Förderphase geht und damit am Ende des Jahres 2024 die maximale Förderdauer von 12 Jahren erreicht haben wird, untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beispielsweise, wie Immunzellen es bewerkstelligen, dass sie sich auf Tumorzellen zubewegen können, um sie anschließend zu zerstören.
 
„Grundsätzlich streben wir in diesem Sonderforschungsbereich ein physikalisches Verständnis von biologischen Prozessen an. Dieser Zugang eröffnet eine neue Perspektive auf zellbiologische Vorgänge, die vor allem das Zusammenspiel vieler Zellen oder Zellbausteine in den Blickpunkt rückt.“, erklärt Heiko Rieger, der Sprecher des Sonderforschungsbereichs. Der theoretische Physiker ist einer der Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen, die diesen Fragestellungen nachgehen. Neben den 18 Teilprojekten an der Saar-Uni werden drei Teilprojekte vom Leibniz-Institut für Neue Materialien (INM) auf dem Campus Saarbrücken bearbeitet sowie jeweils eines von den Universitäten Dresden und Göttingen.
 
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert den Verbund mit 13 Millionen Euro für die dritte Periode von vier Jahren, nachdem in der ersten (2013-2016) und zweiten Förderperiode (2017-2020) bereits 9,2 Millionen bzw. 10 Millionen Euro ins Saarland geflossen sind. Ein Großteil der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler soll im neu zu bauenden Zentrum für Biophysik zusammenarbeiten, das derzeit auf dem Saarbrücker Campus entsteht. Der Neubau verstetigt und erweitert somit die im Sonderforschungsbereich geschaffenen Forschungs- und Ausbildungsstrukturen über dessen Laufzeit hinaus.
 
Universitätspräsident Manfred Schmitt bewertet die neuerliche Förderung des SFB als „starkes Signal“ für den Standort: „Mit der exzellenten Bewertung des Forschungsverbundes durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und einer erneuten Bewilligung wird dem Sonderforschungsbereich die maximale Förderdauer ermöglicht. Dies ist ein Zeugnis der herausragenden Arbeit, die Heiko Rieger als Sprecher und das gesamte Team des SFB in den vergangenen acht Jahren bereits geleistet haben. Der SFB 1027 ist nicht nur ein Aushängeschild für die höchst erfolgreiche Campus-übergreifende Forschungskooperation über Fächer- und Wissenschaftsdisziplinen hinweg, er ist zugleich auch eine wichtige Säule des universitären NanoBioMed-Schwerpunktes. Sein erneuter Erfolg ist ein sichtbarer Beleg dafür, dass der eingeschlagene Weg zur Stärkung der Wissenschaftsexzellenz an der Universität der richtige ist und Früchte trägt.“
 
Ministerpräsident und Wissenschaftsminister Tobias Hans gratuliert zur Förderzusage durch die DFG: „Mit der Fortsetzung dieses Vorhabens der Spitzenforschung an der Universität wird der Schwerpunkt NanoBioMed weiter gestärkt. Der Sonderforschungsbereich bildet eine wichtige Säule für die Weiterentwicklung hin zu einem zweiten exzellenzfähigen Wissenschaftsbereich.“ Das Land unterstützt die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Rahmen einer Bund-Länder-Förderung mit rund 10 Mio. Euro jährlich.


 
Fragen beantwortet:

 
Prof. Dr. Heiko Rieger
Tel. 0681 302 3969
Mail: h.rieger@mx.uni-saarland.de