Vortragsserie Cleanroom Tuesday: Teil 3 - Dorfner GmbH & Co. KG & Klima Becker Full Service GmbH: Ein sauberer Reinraum von A – Z. Was ist zu beachten?

11. März 2021


Präsenzmessen sind zurzeit nicht möglich. Kreativität ist in den Unternehmen gefragt. „Cleanroom Tuesday“ ist eine online Serie von jeweils 60-minütigen Webseminaren, immer dienstags und alles rund um das Thema Reinraum. Veranstalter ist das Netzwerk CleanRoomNet. Mit dabei ist das Branchennetzwerk healthcare.saarland, das bereits seit einigen Jahren das CleanRoomNet bei neuen Entwicklungen wie beispielsweise der Reinraumplanung (Planen, Bauen, Betreiben, Wartung) mit BIM begleitet. Neben fachlichem Input zur gesamten Lieferkette des Reinraums erfahren die interessierten Betriebe und die Teilnehmer*innen, was in Punkto Digitalisierung und im Rahmen von CORONA COVID19 Lösungen zurzeit passiert. Beim dritten Teil waren über 150 Teilnehmer bis zum Schluss virtuell präsent.

Prof. Dr. Gerhard Winter: „Nur geprüfte Reinigungs- und Desinfektionsmittel sorgen in der richtigen Konzentration, Wassertemperatur und Einwirkzeit für optimale Ergebnisse“

Prof. Dr. Gerhard Winter, Berater Reinraum Süd bei Dorfner GmbH & Co. KG präsentierte die professionelle Reinigung und Desinfektion eines Reinraums. „Während die Grobreinigung am besten mit einem speziellen Staubsauger von außen, bei dem sich während der Reinigung ausschließlich der Schlauch im Reinraum befindet, gehandhabt werden sollte, ist die Feinreinigung mit einem vorbefeuchteten Wischmop am wirksamsten“. Die Wischbezüge sollten aus reinraumgeeigneter Mikrofaser sein, die Wischtechnik verläuft idealerweise immer von oben nach unten und von hinten nach vorne. Nicht zu vergessen, zuerst müssen die Kontaktkanten und –flächen bearbeitet werden. Während Boden, Geräte und Flächen täglich gereinigt werden müssten, reiche es bei Wänden und Decken mehrmals jährlich in Abhängigkeit der Produktionsprozesse. „Nur geprüfte Reinigungs- und Desinfektionsmittel sorgen in der richtigen Konzentration, Wassertemperatur und Einwirkzeit für optimale Ergebnisse“, so der erfahrene Spezialist, durch den die Fa. Dorfner seit vielen Jahren eng mit der Hochschule Sigmaringen kooperiert. Bei der Desinfektion müssten Fehler wie das Nichtbeachten von Einwirkzeiten oder das Abwischen von Flächen, anstatt sie von selbst trocknen zu lassen, vermieden werden.

Christian Stark: „Eine aktive Entkeimung der Raumluft reduziert die Partikel und somit die Keimbelastung in der Atemluft um über 95%

Christian Stark, Geschäftsführer der Klima Becker Full Service GmbH, zeigte die verschiedenen Methoden einer fachgerechten Entkeimung der Raumluft auf. Fensterlüftung repräsentiert die einfachste Methode. Sie hat jedoch erhebliche Nachteile wie beispielsweise einen hohen Energieverbrauch, Zugluft oder Feuchteeintrag. Zur Entkeimung eignet sich auch eine moderne RLT-Anlage als Frischluftzufuhr. Diese erreicht, je nach Art der Wärmerückgewinnung, einen Wirkungsgrad von über 85 %. Durch den ergänzenden Einsatz von UVC-Strahlung oder Ionisation innerhalb der Anlage, kann durch die Entkeimung der Umluft, der Anteil dieser erhöht werden. Der erhöhte Umluftanteil trägt dann zur Senkung der Energiekosten bei. Eine weitere Möglichkeit stellt die HEPA-Filterung dar. Diese Lösung ist lediglich als Stand-Alone mit dezentralen Umluftgeräten möglich. Bei richtiger Planung kann mit dieser Methode die Keimbelastung in der Raumluft erheblich gesenkt werden. Nachteile stellen hohe Anschaffungskosten, Energiekosten sowie Wartungs- und Filterkosten dar, so der Fachmann. Die UV-C-Strahlung gehört ebenfalls zu den Empfehlungen von Christian Stark. Sie ist eine seit langem bewährte Methode, die bereits bei Handläufen an Rolltreppen oder in RLT-Anlagen eingesetzt wird. Durch den Einsatz der Strahlen werden über 99 % der Keime abgetötet bzw. inaktiviert.  


Unbekannte Methode: Ionisationsgeneratoren


Die abschließend vorgestellte Lösung, die Ionisierung, stellt noch eine weitgehend unbekannte Methode dar. Ionisationsgeneratoren produzieren negativ geladene Ionen, die in der Raumluft verteilt werden. Das gesamte Gebäude inkl. aller Inneneinrichtungen und aller Partikel in der Raumluft sind positiv geladen. Negativ geladene Ionen ziehen positiv geladene Partikel an, dabei werden diese „verklumpt“ und schwerer und sinken schließlich zu Boden. Die Gefahr, dass Partikel eingeatmet werden, sinkt dadurch drastisch. Der Hauptvorteil dieser Methode ist, dass auch sehr kleine Partikel unter 0,3µm abgeschieden werden. Diese Methode sei jedoch erst mit der Corona-Pandemie in den Fokus gerückt, so Stark. Sehr wichtig ist für ihn auch die Wirksamkeitsmessung sowie die Verknüpfung der Raumluftentkeimung mit einer energetischen Inspektion. „Hier gilt es nicht nur, an die aktuelle Pandemie zu denken, sondern auch sonstige Belastungen der Raumluft, wie Grippeviren, Pollen, Schimmelpilze zu berücksichtigen“. Auch sie würden durch den Einsatz des Ionisators entsprechend reduziert. Eines steht für den Spezialisten fest: Bei einer aktiven Entkeimung der Raumluft sinkt das Risiko, an luftgetragenen Keimen zu erkranken, um über 95%.



Ansprechpartner

Dr. Thomas Siemer

healthcare.saarland

Tel.: 0681 9520-459

Fax.: 0681 5846125

E-Mail: thomas.siemer@saaris.de 

Veranstalter
Partner