SALUT-Kongress: Impfbereitschaft in Gesundheitsberufen

Im Rahmen des von saaris mitorganisierten Gesundheitskongresses „SALUT“ ging es in der Reihe „Gesundheit konkret – Lösungen aus der Praxis für die Praxis“ aus aktuellem Anlass um das Thema „Wege zu nachhaltiger Impfbereit-schaft in Gesundheitsberufen“. Mit interessanten Statements und Forderungen.

 

1. Februar 2021


Wie hoch ist die Impfbereitschaft bei Pflegekräften? Was sind ihre Ängste? Wel-chem Druck sind sie ausgesetzt? Wie effektiv ist die Kommunikation? Was kann besser gemacht werden? Mit diesen Fragen setzte sich der Gesundheitskongress SALUT in einer virtuellen Veranstaltung auseinander, mitorganisiert von saaris und Teilnehmern aus ganz Deutschland.


Schnelles Impfen entlastet die Gesundheitssysteme, verhindert weitere wirt-schaftliche Katastrophen und lässt die Todesrate sinken


Prof. Dr. Thorsten Lehr, Professor für Klinische Pharmazie an der Universität des Saarlandes, präsentierte zu Anfang seinen COVID-19 Simulator, der wöchentlich über die Corona-Lage in Ländern und Landkreisen informiert. Ein Rechner, der durch seine Analysen hilft, die richtigen Maßnahmen im Laufe der Pandemie abzu-leiten. Das seit März 2020 bestehende, öffentliche Tool verzeichnet seit November eine Million Zugriffe und zeigt sehr eindrücklich: Ein schnelles Impfen ist wichtig, es entlastet die Gesundheitssysteme, verhindert weitere wirtschaftliche Katastro-phen und lässt die Todesrate sinken. Dr. Johannes Albert Gehle, Präsident der Ärz-tekammer Westfalen-Lippe KdöR, Münster; 1. Vorsitzender des Marburger Bundes, Landesverband Nordrhein-Westfalen/Rheinland-Pfalz geht noch weiter und sieht eine Durchimpfung als die einzige Möglichkeit, das Corona-Virus zu unterdrücken. Er ist sich sicher: Die Pandemie wird noch etwa zwei Jahre dauern.


200 Studien weltweit: Große Anzahl an Pharmaunternehmen arbeitet an und produziert Impfstoffen


70-90% des Pflegepersonals in Kliniken und Pflegeheimen wollen sich impfen las-sen. Was ihnen fehlt sind verlässliche und klare Informationen. Prof. Dr. Christel Bienstein, Präsidentin des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe DBfK Bundesverband e. V. weiß, dass ihre Mitglieder dringend auf die Impfstoffe warten. Sie fordert mehr Fachpersonal und Module in Aus- und Weiterbildung, die die Pfle-genden auf die Anforderungen einer Pandemie vorbereiten. Ausschlaggebend für eine hohe Impfbereitschaft seien enge Kooperationen und eine transparente Wis-sensweitergabe zwischen Arbeitgebern und Mitarbeitern. Dr. Rolf Hömke vom Ver-band Forschender Pharma-Unternehmen e. V. machte Mut mit 200 Studien, die weltweit liefen: „In absehbarer Zeit wird es, wenn alles klappt, weitere Anbieter von Impfstoffen geben“. Auf einer Graphik stellte er eindrucksvoll heraus, was für eine große Anzahl an Pharmaunternehmen an Impfstoffen arbeiten oder produzieren. Impfstoffentwickler suchten sich Unternehmen als Partner, die unterstützen, Pro-duktion und/oder Vertrieb übernehmen könnten. Er stellte auch noch einmal das umfangreiche Monitoring den Nebenwirkungen von Impfungen heraus: „Die Ge-impften werden regelmäßig befragt und bei Bedarf auch untersucht. Sie werden zudem aufgefordert, sich auf der Webseite des Paul-Ehrlich-Institutes bei Auffälligkeiten zu melden: nebenwirkungen.bund.de/DE/arzneimittelsicherheit/pharmakovigilanz/meldeformulare-online-meldung/meldeformulare-online-meldung-node.html.


Arbeitsrecht: Arbeitgeber darf mit Prämien- und Belohnungssystemen für Impfung werben


Am Schluss hatte Anja Sollmann, Referentin für Rechts- und Versicherungsfragen des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe DBfK Nordwest e. V., Essen noch zwei gute Nachrichten für die Mitarbeiter im Gesundheitswesen: „Eine staatli-che Impfpflicht für Pflegende ist nur dann möglich, wenn die Politik das will und das Infektionsschutzgesetz entsprechend ändert. Auch ein Arbeitgeber darf keine Imp-fung vorgeben. Aber er darf mit Prämien- und Belohnungssystemen für eine solche werben.


Die Veranstaltung ist noch einige Zeit über Video auf der Veranstaltungswebseite verfügbar: https://www.salut-gesundheit.de/session/slt02/problemaufriss


Ansprechpartner für weitere Fragen zu dieser und folgenden Veranstaltungen:


Heike Ziegler-Braun
Messen/Gesundheitswirtschaft
Franz-Josef-Röder-Str. 9
66119 Saarbrücken
Tel. 0681 9520-435
E-Mail: heike.ziegler-braun@saaris.de
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