Neue Metallschäume: Preis für junge INM-Materialwissenschaftlerin

10. Juli 2019


Jutta Luksch hat in ihrem Studium mitgeholfen, eine Weltneuheit zu entwickeln. Sie forschte im Rahmen von Praktika am Imperial College in London wie auch in Prag. Für ihre Messungen nutzte sie Spezialgeräte am Helmholtz-Zentrum Berlin und in Lyon – und: Sie hat schon wissenschaftliche Publikationen vorzuweisen. Jetzt erhält die Nachwuchsforscherin den Ulrich-Gonser-Preis. Mit diesem Preis zeichnet die Saarbrücker Materialwissenschaft und Werkstofftechnik jedes Jahr den besten Absolventen ihrer internationalen Master-Studiengänge aus. Die Preisverleihung fand im Rahmen der Fachrichtungs-Feier am Freitag, dem 7. Juni, um 17.30 Uhr in der Aula (A3 3) auf dem Saarbrücker Campus statt.

Sie halten sogar Explosionen stand: Die Metallschäume, die die Materialforscher Anne Jung und Stefan Diebels von der Universität des Saarlandes entwickeln, sind luftig leicht, aber extrem belastbar. Sie können als Schutzwände bei Sprengungen oder als Aufprallschutz im Auto dienen. Ihr Geheimnis ist ein Gerüst feiner Bälkchen, die im Innern des Metallschaums Platz lassen für unzählige Hohlräume, ganz nach dem natürlichen Vorbild von Knochen. Es handelt sich um eine Weltneuheit: Als erster Gruppe ist es den Saarbrücker Forschern gelungen, die eigentlich weichen Bälkchen gleichmäßig durch eine patentierte Spezial-Beschichtung von innen heraus beinhart zu machen. Mit ihren wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu den Eigenschaften dieser Metall-Bälkchen sind sie international führend.

An dieser Forschung ist Jutta Luksch seit fünf Jahren beteiligt: Die 27-jährige Materialwissenschaftlerin ist seit dem zweiten Bachelor-Semester studentische Mitarbeiterin von Anne Jung am Lehrstuhl von Stefan Diebels. „Das ist hier an der Universität des Saarlandes üblich: Die Forscher sprechen einen früh an, ob man in Forschungsprojekten mitarbeiten möchte. Wer will, hat hier viele Möglichkeiten“, sagt Jutta Luksch, die eigens fürs Studium aus Neuss ins Saarland kam. „Hier ist das Betreuungsverhältnis von Wissenschaftlern und Studierenden sehr gut. Alle Türen stehen einem offen“, sagt sie. Für Naturwissenschaften hat sich Luksch schon immer interessiert. „Materialwissenschaft habe ich deshalb gewählt, weil hier alles in einem Fach vereint ist: Mathematik, Physik, Chemie, Ingenieurwissenschaften – gerade diese Kombination verschiedenster Fächer finde ich spannend. Das Fach ist sehr anwendungsbezogen. Auch die experimentelle Arbeit ist sehr vielfältig“, erklärt sie und fügt lachend hinzu: „Hier kann ich etwas machen, was die Welt weiterbringt.“

Jutta Luksch befasste sich sowohl für ihre Bachelor- wie ihre Masterarbeit mit den Bälkchen des Metallschaums und arbeitete dafür eng mit ihrer Betreuerin Anne Jung zusammen. In vielen Experimenten, Simulationen, Zug- und Biegeversuchen untersuchte sie die mechanischen Eigenschaften der Einzelbälkchen. „Sie konnte unter anderem zu Erkenntnissen darüber beitragen, wie eine Vorbehandlung der Schäume die Haftung der Nickelbeschichtung auf den einzelnen Bälkchen verbessert und so den ganzen Schaum stabiler macht“, sagt Privatdozentin Anne Jung. Damit hatte Jutta Luksch schon im Studium Anteil an Forschung von Weltrang.

(Quelle: www.uni-saarland.de)