Nachhaltige Lösung in Sicht: Gesundheits- und IT-Branche sichern sich Fachkräfte

14. September 2018


Die Gesundheits- und IT-Branche stehen personell unter Druck. Um gegen den Fachkräftemangel anzugehen, braucht es neue und vor allem nachhaltige Personalentwicklungsstrategien. Vorreiterunternehmen haben sich auf den Weg gemacht und entwickeln mit Unterstützung des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie und von saaris strategische, langfristige und damit effektive Strategien im Umgang mit ihren Mitarbeitern.

 

Landesregierung, IHK, HWK und saaris haben daher für besonders engagierte Unternehmen, die im Sinne der Nachhaltigkeit ihre familienfreundliche Personalpolitik weiterentwickelt haben und schon mit dem traditionellen Gütesiegel ausgezeichnet sind, zusätzlich ein neues Zertifikat mit der Bezeichnung Gütesiegel + auf den Markt gebracht.

 

Heute hat Monika Bachmann, Ministerin für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie Unternehmen das neue Gütesiegel + überreicht: „Die Gesellschaft hat sich verändert. Frauen spielen in der Arbeitswelt eine wichtige Rolle. Sie sind als Fachkräfte unverzichtbar auf allen Ebenen der Unternehmen. Aber auch Väter, die sich aktiv an der Erziehung der Kinder beteiligen wollen, brauchen den Rückhalt des Arbeitsgebers genauso wie Mitarbeiter, die Angehörige pflegen. Ich freue mich, heute fünf Unternehmen aus den Bereichen Gesundheit und IT mit dem Gütesiegel + auszuzeichnen. Sie alle haben nachhaltige Lösungen gefunden, Familie, Pflege und Beruf für ihre Mitarbeiter vereinbar zu machen.“

 

Angepasste Arbeitszeit an die Familiensituation, Tagesmütter in den Familien, flexible, betriebsnahe Kinderbetreuung von 0-12 Jahren, Kompetenzerweiterung in der Familienzeit, Eltern-Kind-Büro, Ferienbetreuung, Fahrdienste oder Pflege- und Elternlotsen: Das sind nur einige Beispiele zukünftiger Personalentwicklungsstrategien. Vor allem in den Bereichen Gesundheit und IT sind Unternehmen gezwungen, neue Wege zu gehen. Weit und breit wird Personal gesucht und ist (noch) nicht gefunden.

 

Die gute Nachricht: Es tut sich was. Einige Unternehmen haben verstanden und machen das Thema Familienfreundlichkeit zur Chefsache. So wie die SHG-Kliniken Völklingen, die die 'Vereinbarkeit von Familie, privater Pflege und Beruf‘ in ihrer Unternehmensphilosophie strategisch verankert haben: „Die Angebotsplanung findet immer vor dem Hintergrund und der Fragestellung statt, wie wir unseren Mitarbeitern bestmöglich den Rücken frei halten können“, so Oliver Steffen. Bei der Phast GmbH gibt es eine Elternzeit-Strategie, verbunden mit einem Leitfaden für alle Mitarbeiter. Die Kohlpharma GmbH beschäftigt einen Pflegelotsen, der von der saaris-Servicestelle „Arbeiten und Leben im Saarland“ ausgebildet wurden. "Wer plötzlich mit dem Thema Pflege konfrontiert wird, braucht Verständnis und Orientierungshilfe. Da ist unser bewährter Leitfaden bereits sehr gut. Aber nichts geht über die persönliche Beratung. Wir wollen, dass unsere Mitarbeiter sich bestmöglich um ihre pflegebedürftigen Angehörigen kümmern können", so Carsten Kohl, Personalleiter von Kohlpharma. Die IKK Südwest arbeitet in Seminaren die Kompetenzen heraus, die ihre Mitarbeiter während der Eltern- oder Pflegezeit erworben haben. „Wir sehen diese Familienauszeit als kontinuierlichen Kompetenzerwerb an, mit dem dann vielleicht ganz neue Einsatzgebiete im Betrieb einhergehen“, so der Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Jörg Loth. Die Data One GmbH, für die familienfreundliche Unternehmenskultur nicht nur eine Frage der Vereinbarung von Familie und Beruf ist, geht noch einen Schritt weiter: „Wir wollen zu einem Füreinander da sein in allen Lebensbelangen, wie in einer echten Familie“, so Kai Madsack. „Natürlich profitieren wir nicht allein, wenn wir familienfreundlich agieren, sondern auch Interessenten erkennen anhand des Gütesiegels + sehr schnell, was sie von uns erwarten dürfen.“

 

Allen gemeinsam sind zufriedene Mitarbeiter, die gerne und engagiert für IHR Unternehmen arbeiten.

 

Diese Unternehmen seien absolute Vorreiter und unterstützten das Land auf dem Weg, ein nach außen hin sichtbares, familienfreundliches Bundesland zu werden, so Christoph Lang, Geschäftsführer der Innovations- und Standortagentur saaris, die im Auftrag der Landesregierung, der Kammern und der EU arbeitet. Ute Knerr, Leiterin der Servicestelle „Arbeiten und Leben im Saarland“: „Alle Unternehmen haben Familienfreundlichkeit in ihre Unternehmensstrategie eingebunden. Sie setzen ihre Maßnahmen nachhaltig um, passen sie immer wieder an die Unternehmensziele an und messen regelmäßig den Erfolg. Bei der Reifegradmessung haben sie ein Niveau erreicht, das sie berechtigt das Gütesiegel + zu erhalten.“

 

Weitere Informationen:

saaris

saarland.innovation&standort e. V.

Ute Knerr

Telefon: 0681 9520-460

E-Mail: ute.knerr@saaris.de