Mitarbeiter Ü55: Betriebliches Gesundheitsmanagement

19. Januar 2015


Mit dem demografischen Wandel hat das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) noch mehr an Bedeutung gewonnen  –  als wesentliches Instrument zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit generell, vor allem auch der älteren Mitarbeiter. Gesundheit, Motivation und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten sind vom wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens nicht zu trennen. Birgit Steiner von der saar.is-Servicestelle Ü55 führte zu diesem Thema ein Interview mit Bernhard Burger, Landesprojektleiter für Betriebliches Gesundheitsmanagement bei der Landesdirektion Saarland der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland.

In dieser Funktion begleitet er zahlreiche Unternehmen und unterstützt sie dabei, einen nachhaltigen gesundheitsbezogenen Organisationsentwicklungsprozessen zu implementieren – das Betriebliche Gesundheitsmanagement. Nebenberuflich ist er Kommunikationstrainer und Management-Coach. In dieser Rolle arbeitet er mit einem systemischen Ansatz.

Wie würden Sie den Begriff BGM  definieren?

Im Betrieblichen Gesundheitsmanagement werden inhaltlich vier Schwerpunktthemen bearbeitet: der Arbeits- und Gesundheitsschutz, die individuelle Gesundheitsförderung und Prävention, ein wertschätzender Umgang mit erkrankten Mitarbeitern über ein gut gelebtes Betriebliches Eingliederungsmanagement sowie eine gesundheitsbezogene Personalentwicklung verbunden mit einer Prozess- und Organisationsentwicklung. Um einem ganzheitlichen Organisationsentwicklungsprozess gerecht zu werden, müssen die ergriffenen Maßnahmen selbstverständlich unter Einbindung der Mitarbeiter evaluiert werden.

Wie kann das BGM zum Unternehmenserfolg beitragen?
Es kommt auf eine stetige intensive und transparente Kommunikation nach innen über das BGM an. Als Ergebnis kann dann nicht nur die Gesundheitsquote im Unternehmen verbessert werden, sondern eine nachhaltige Veränderung der Unternehmenskultur hin zu einer Gesundheitskultur erreicht werden. Die Verbundenheit der Belegschaft mit dem Arbeitgeber wächst und die Motivation der Mitarbeiter steigt – insbesondere dann, wenn das BGM über die klassische Gesundheitsförderung hinausgeht. Die Verantwortlichen im Unternehmen müssen allerdings bereit sein,  Gesundheit als Wert zu etablieren und vorzuleben.

Wie kann ein Unternehmen arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse zur altersgerechten Arbeitsgestaltung umsetzen?

Die demografische Situation in Unternehmen fließt im BGM selbstverständlich mit ein. Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass ältere Mitarbeiter kränker sind. Vielmehr ist es statistisch so, dass Berufseinsteiger durch häufigere Ausfallzeiten auffallen, wogegen erfahrenere Mitarbeiter seltener, jedoch länger krank sind. Dies hängt sicherlich mit altersbedingten Krankheitsbildern zusammen, die sich nicht so schnell aus­therapieren lassen. Im Rahmen von BGM sollte daher zunächst der demografischen Situation Rechnung getragen und altersadäquate Gesundheitsangebote unterbreitet werden. Darüber hinaus gibt es bereits Unternehmen, die älteren Kolleginnen und Kollegen andere Aufgabenschwerpunkte zuweisen. So geht zum Beispiel deren Weg hin zu Tätigkeiten, in welchen Erfahrungswissen benötigt wird oder weiterzugeben ist und weg von schweren körperlichen Jobs.

 

 

Kontakt:

Birgit Steiner

Servicestelle Ü55

Tel.: 0681 9520-494

Fax.: 0681 5846125

E-Mail: birgit.steiner(at)saar-is.de