Engagement gegen Tuberkulose – Memento Preis für vernachlässigte Krankheiten 2018

Preis geht an die Universität des Saarlandes

 

2. März 2018


Berlin, 21. Februar 2018. Der Memento Forschungspreis für vernachlässigte Krankheiten geht dieses Jahr an Prof. Dr. Martina Sester von der Universität des Saarlandes und Prof. Dr. Dr. Christoph Lange vom Forschungszentrum Borstel. Die Jury würdigt damit das Engagement der beiden Wissenschaftler für die Bekämpfung von Tuberkulose (TB). Im Forschungsnetzwerk TBnet setzen sich Sester und Lange dafür ein, die Gesundheitsversorgung von Menschen, die von Tuberkulose betroffen sind, europaweit zu verbessern. Der Memento Journalistenpreis 2018 geht an den Wissenschaftsjournalisten Jakob Simmank. Die Preisverleihung findet am 21. Februar 2018 ab 19 Uhr in der Hörsaalruine der Charité in Berlin statt. 

 

 

„Mit dem von Prof. Martina Sester und Prof. Christoph Lange aufgebauten Forschungsnetzwerk TBnet ist ein Zusammenschluss von Experten und Institutionen entstanden, die sich der Bekämpfung der Tuberkulose in beispielhafter Weise widmen. Tuberkulose ist die derzeit tödlichste Infektionskrankheit weltweit und birgt gerade auch wegen der Zunahme der Resistenzentwicklung gegenüber den herkömmlichen Medikamenten große Gefahren. Den Ärztinnen und Ärzten vor Ort eine Ausbildung zu ermöglichen, eine verbesserte Diagnostik anzubieten und die notwendigen Medikamente zur Verfügung zu stellen, ist die große Leistung des TBnet und ein wichtiger Schritt, die Krankheit in Zukunft zu beherrschen“, sagt Jurymitglied Prof. Dr. August Stich, Chefarzt der Tropenmedizinischen Abteilung der Missioklinik Würzburg.

 

„Wie kaum eine andere Erkrankung spiegelt Tuberkulose den Wohlstand einer Gesellschaft wieder“, so Martina Sester und Christoph Lange. „Gerade in Osteuropa, wo Tuberkulose eine häufige Erkrankung ist, fehlt es oft an moderner Diagnostik und adäquaten Therapien. Die rapide Verbreitung von Antibiotika-resistenten Tuberkulosebakterien ist in vielen Ländern ein neues Problem. Während diese resistenten Formen von Tuberkulose in Deutschland aktuell kaum eine Rolle spielen, ist die Anzahl der betroffenen Patienten in osteuropäischen EU-Anrainerstaaten wie Weißrussland, Moldawien und der Ukraine mehr als 200-mal häufiger als bei uns. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen in anderen europäischen Ländern möchten wir im TBnet einen Beitrag dazu leisten, durch wissenschaftliche Zusammenarbeit die Unterschiede in der Gesundheitsversorgung in Europa zu überkommen. Unser Ziel ist es, die Prävention, Diagnose und Behandlung der Tuberkulose zu verbessern, um den Menschen zu helfen, die von Tuberkulose betroffen sind.“

 

Den Memento Journalistenpreis erhält der Wissenschaftsjournalist Dr. Jakob Simmank. Mithilfe des Recherchestipendiums möchte er einen Beitrag über die Mesoamerikanische Nephropathie realisieren, die vor allem ärmere Menschen in Lateinamerika betrifft.

 

Der Memento Preis für vernachlässigte Krankheiten wird 2018 zum fünften Mal vergeben. Ziel der Initiatoren des Preises – Ärzte ohne Grenzen, Brot für die Welt, die BUKO Pharmakampagne und die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V. – ist es, Aufmerksamkeit für vernachlässigte und armutsassoziierte Krankheiten zu schaffen, an denen weltweit Millionen Menschen leiden. Das Memento-Bündnis sieht auch die neue Bundesregierung in der Pflicht, mehr Geld für die Forschung im Bereich der vernachlässigten Krankheiten und der Antibiotikaresistenzen bereitzustellen und das Engagement Deutschlands für die globale Gesundheit auszubauen.

 

Fotos, Redemanuskripte und weitere Informationen stellen wir gern bereit. Die Preisträger sowie Vertreter der beteiligten Organisationen stehen gern für Interviews zur Verfügung.

 

Kontakt:

Nora Dettmer, 030-700130237, dettmer@memento-preis.de

 

Prof. Dr. Martina Sester, Universität des Saarlandes 

Abteilung für Transplantations- und Infektionsimmunologie 

Telefon +49 6841-1623557