Biomedizinische Forschung im Saarland durch neuen Leibniz-Wissenschaftscampus gestärkt

29. Juni 2020


Das Leibniz-Institut für Neue Materialien (INM), die Universität des Saarlandes (UdS) und das Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) werden am 1. Juli 2020 den Leibniz-Wissenschaftscampus „Lebende Therapeutische Materialien“ starten. In einem Wettbewerbs-Verfahren hat die Leibniz-Gemeinschaft eine Förderung in Höhe von 900.000 Euro für die gemeinsame Erforschung neuer Materialien für die personalisierte Verabreichung von Biotherapeutika auf dem SaarlandCampus bewilligt. Neben der Förderung durch die Leibniz-Gemeinschaft leisten das INM, das HIPS sowie die UdS aus eigenen Mitteln Beiträge in Höhe von insgesamt rd. 3 Mio. Euro für das Projekt. Ferner beteiligt sich die Staatskanzlei mit weiteren 400.000 Euro.

 

Der Ministerpräsident des Saarlandes, Tobias Hans, der die Initiative als Ressortchef für die Bereiche Hochschulen, Wissenschaft und Technologie aktiv unterstützt, gratuliert zum Erfolg: „Der Leibniz-Wissenschaftscampus bündelt die Materialkompetenz des INM, die pharmazeutische Expertise der UdS und des HIPS sowie die medizinische Expertise des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS). Dies ist nach der im November 2019 zwischen den gleichen Partnern geschlossenen Forschungsallianz Pharmazeutische Forschung ein weiterer wichtiger Schritt hin zur Intensivierung des Schwerpunktbereichs NanoBioMed und dessen zukunftsweisender Weiterentwicklung und somit ein zentraler Baustein unserer saarländischen Innovationsstrategie. Ich gratuliere den erfolgreichen Verbundpartnern, die mit ihrer Forschungsarbeit dazu beitragen, neue Erkenntnisse in eine wissensbasierte klinische Anwendung zu übertragen.“

 

Ziel des Verbundes ist es, Implantate mit Bakterien herzustellen, die Arzneimittel in unserem Körper bei Bedarf kontrolliert abgeben können. Hierzu werden die Bakterien programmiert und in ein implantierbares Trägermaterial eingeschlossen. So können sie nicht in den menschlichen Körper eindringen und stehen dauerhaft als Wirkstoffproduzenten zur Verfügung. Der therapeutische Einsatz zur langfristigen und individuell auf den Patienten abgestimmten Abgabe von Biotherapeutika ist besonders bei der Behandlung chronischer Erkrankungen relevant.

 

Im Rahmen des Leibniz-Wissenschaftscampus werden junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gefördert, die über vier Jahre in den beteiligten Institutionen arbeiten und interdisziplinär ausgebildet werden. Neben der Technologieentwicklung und präklinischen Tests bilden auch die Bewertung des Umweltrisikos und der Nachweis der Sicherheit für die spätere Anwendung weitere Schwerpunkte.

 

Ansprechpersonen am INM:

Prof. Dr. Aránzazu del Campo

Sprecherin des Leibniz-Wissenschaftscampus „Lebende Therapeutische Materialien“ Wissenschaftliche Geschäftsführerin am INM

Tel.: 0681-9300-501 aranzazu.delcampo@leibniz-inm.de


Dr. Mario Quilitz

Koordinator des Leibniz-Wissenschaftscampus „Lebende Therapeutische Materialien“ und Wissenschaftlicher Referent der Geschäftsführung am INM

Tel.: 0681-9300-311

mario.quilitz@leibniz-inm.de