Alternde Bevölkerung: Eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Der saarländische Verein neuro-g engagiert sich im Bereich der Altersmedizin (Geriatrie) und stellt sich den Herausforderungen einer immer älter werdenden Gesellschaft. Gemeinsam mit saaris sind die Ärzte von neuro-g e. V. auf der Suche nach Förderern und Kooperationspartnern, um die Altersmedizin im Saarland aktiv zu gestalten.

 

23. Oktober 2019


Prognosen des Statistischen Bundesamtes gehen bis zum Jahr 2030 von einer deutlichen Zunahme der über 65-jährigen Bevölkerung aus. Dies stellt das gesamte Gesundheits- und Sozialsystem vor neue Herausforderungen.

 

Simulationsanzug „AgeMan®“ zeigt Herausforderungen

15 Kilogramm zusätzliches Gewicht am Oberkörper, ein enger Brustkorb, Hüft-, Arm- und Knieversteifung, Handschuhe, Sehfeldeinschränkung, Linsentrübung und Hörprobleme. Unter solchen Bedingungen werden selbst Tätigkeiten wie das Ankleiden eine Herausforderung. AgeMan®, ein Simulationsanzug, zeigt auch, wie schwierig die Kommunikation mit anderen Menschen werden kann, wenn Hören und Sehen eingeschränkt sind.

 

Unternehmen entwickeln neue, zielgruppenorientierte Produkte

Entwickelt wurde dieser Anzug vom Saarbrücker Meyer-Hentschel-Institut. „Wirtschaftsunternehmen nutzen den AgeMan® zur Entwicklung von Produkten, die optimal auf die Bedürfnisse älterer Menschen abgestimmt sind,“ so der Unternehmer. Universitäten setzen den Anzug zu Lehrzwecken ein. Zukünftig werden auch Homburger Medizinstudierende die Möglichkeit haben, den AgeMan® kennenzulernen und so einen Perspektivenwechsel zu erleben, der für ihre spätere Arbeit als Ärztinnen und Ärzte wertvoll sein kann. Möglich macht dies der gemeinnützige Verein neuro-g e. V., der 2017 von einer Gruppe von Ärztinnen und Ärzten gegründet wurde und sich im Bereich der Altersmedizin insbesondere im Saarland engagiert. Neben Forschungsprojekten und der Aus-und Weiterbildung im Bereich der Altersmedizin sieht neuro-g auch durch die Kooperationen mit Unternehmen eine Möglichkeit, die Versorgung älterer Menschen im Saarland weiter zu verbessern.

 

Technische Lösungen verbessern Qualität und Sicherheit in der Versorgung deutlich

„Unsere Stärke liegt darin, dass wir sowohl den biologischen Hintergrund alterstypischer Veränderungen kennen, als auch durch den täglichen persönlichen Kontakt mit Patienten und Angehörigen wissen, wo die Versorgung noch besser auf die Bedürfnisse älterer Menschen abgestimmt werden muss,“ erklärt PD Dr. Marcus Unger, 1. Vorsitzender des Vereins neuro-g. „Dieses Know-how können wir nutzen, um gemeinsam mit Kooperationspartnern eine verbesserte Versorgung älterer Menschen zu erreichen. Es gibt viele Bereiche, in denen technische Lösungen die Qualität und Sicherheit in der Versorgung deutlich verbessern können, u. a. in der Arzneimitteltherapie oder in altersgerechten Gegenständen.“

 

Förderer und Kooperationspartner gesucht

Gesucht werden Unternehmen, die die Arbeit von neuro-g fördern und gemeinsam mit dem Verein am Thema „Gesund und zufrieden älter werden“ forschen möchten.

 

Kontakt

neuro-g.de, PD Dr. Marcus Unger, info@neuro-g.de


Ansprechpartner

Dr. Thomas Siemer

healthcare.saarland

Tel.: 0681 9520-459

Fax.: 0681 5846125

E-Mail: thomas.siemer@saaris.de 

v.l. Thomas Siemer (saaris), Christoph Rueß (Medizinstudent), Jil Kauffmann (2. Vor¬sitzende von neuro-g e. V.), Dr. Anouck Becker (AG neuro-g), PD Dr. Marcus Unger (1. Vorsitzender von neuro-g e. V.) mit Medizinstudent Daniel Janitschke, der gerade den „AgeMan®“ ausprobiert.