Saarbrücker Institut für Sport- und Präventivmedizin: Intensiver Ausdauersport schädigt das Herz nicht

30. Mai 2016


„Sport ist Mord“, so heißt es und eine belgische Studie scheint dafür den Beweis gefunden zu haben: Ausdauersport führt zu einer Schädigung des Herzens. Dem widersprechen nun saarländische Forscher.

Langjähriger und intensiver Ausdauersport hat nach einer Studie der Universität Saarbrücken keine negativen Folgen für das Herz. Dieses Ergebnis der Sportmediziner der Universität des Saarlandes widerspreche einer anderslautenden Studie belgischer Wissenschaftler, teilte die Hochschule am Montag mit. Die Saarbrücker Wissenschaftler stellten bei ihren Untersuchungen zwar fest, dass die Herzen von langjährigen Spitzensportlern deutlich größer und kräftiger waren als die der Kontrollgruppe. „Aber wir fanden keine Hinweise für eine dauerhafte Schädigung, krankhafte Vergrößerung oder Funktionseinschränkung der rechten oder linken Herzkammer“, sagte der Kardiologe Philipp Bohm.

Belgische Forscher waren 2012 zu dem Schluss gekommen, dass wiederholte intensive Ausdauerbelastungen auf Leistungssport-Niveau zu einer krankhaften Vergrößerung der rechten Herzkammer führen könnten. Damit entstünden Gefahren bis hin zum plötzlichen Herztod.

Die Arbeit hatte in der Fachwelt für viel Aufsehen gesorgt, am Saarbrücker Institut für Sport- und Präventivmedizin bewertet man die Aussagen allerdings skeptisch. Im Rahmen der Studie, die im Fachmagazin „Circulation“ veröffentlicht wurde, untersuchten die Saarbrücker Wissenschaftler 33 sogenannte Elite-Masterathleten, die im Schnitt 47 Jahre alt waren. Die Forscher verglichen ihren Gesundheitszustand mit einer Gruppe von Männern, die ihnen in Alter, Größe und Gewicht ähnelten, aber keinen Ausdauersport betrieben. Zu den untersuchten Personen zählten unter anderem frühere Olympia-Teilnehmer.