Hefe-Köder löst Alarm gegen Krebszellen aus

18. August 2017


Wissenschaftler verstecken in den Zellen gezielt genetische Infos.

Forscher der Universität des Saarlandes haben Immunzellen, sogenannte Makrophagen oder auch Fresszellen, dazu gebracht, Alarm zu schlagen und die körpereigene Abwehr auf Krebszellen-Jagd zu schicken. Dabei kommt für den Menschen unbedenkliche Hefe als Köder zum Einsatz. Die Wissenschaftler haben in den Hefezellen genetische Infos versteckt.


Von Schlechten zu Guten


Das Konzept ist so einfach wie effektiv. Die Makrophagen fressen die Hefe, die verborgenen Codes programmieren die Zellen so um, dass sie eine Entzündung ausrufen und Botenstoffe freisetzen, die das Immunsystem gezielt gegen Krebszellen aktivieren können. "Wir machen hierzu aus entzündungshemmenden und tumorfördernden Makrophagen tumorbekämpfende Makrophagen, die Entzündungen fördern", unterstreicht Forscherin Alexandra K. Kiemer.

Um schlechte in gute Makrophagen zu verwandeln, nutzen die Experten ein spezielles Verfahren. Sie legen einen Hefe-Köder für die Makrophagen aus und schleusen so gezielt genetische Informationen in die Makrophagen. "Wir packen Nukleinsäuren in Form von DNA oder RNA in gentechnisch veränderte Hefezellen. Diese Hefezellen werden nur von bestimmten Immunzellen erkannt, darunter die Makrophagen", erklärt Fachmann Frank Breinig.